Satzung - Friedrichsberger Schützengilde

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Satzung

Statuten
der Friedrichsberger Schützengilde
vor Gottorp von 1653 e. V.



§ 1

Name, Sitz, Eintragung und Zweck der Gilde

Die Gilde führt den Namen „Friedrichsberger Schützengilde vor Gottorp von 1653, eingetragener Verein“.

Ihr Sitz ist im Stadtteil Friedrichsberg der Stadt Schleswig.

Die Gilde ist im Vereinsregister eingetragen.

Die Gilde hat den Zweck, altes überliefertes Brauchtum ihrer Heimat zu erhalten und zu pflegen sowie ihre Mitglieder nebst ihrer Familien alle drei Jahr nach alter Sitte und Herkommen ein Bürgerfest zu bereiten, bei welchem Ordnung, Frohsinn und Einigkeit walten.


§ 2

Mitgliedschaft

Jeder volljährige Bürger der Stadt Schleswig kann Mitglied der Gilde werden.
In Ausnahmefällen werden auch auswärtige Bürger aufgenommen.

Verdiente Mitglieder können durch Beschluss der Generalversammlung zum Ehrenmitglied ernannt werden bzw. ein Ehrenamt erhalten (z. B. Gildemajor, Ordonanz, Wettermacher u. a.).

Älterleute, die sich um die Gilde besonders verdient gemacht haben, können zum Ehrenältermann ernannt werden.
Den Ernannten steht Beitragsfreiheit zu.



§ 3

Aufnahme

Wer als Mitglied in die Gilde aufgenommen werden möchte, hat sich von zwei Gildebrüdern bei der Vorsteherschaft vorschlagen zu lassen.
Die Abstimmung über die Aufnahme hat in der nächsten General- oder außerordentlichen Versammlung zu geschehen.


§ 4

Austritt und Verlust der Mitgliedschaft

Die Mitgliedschaft in der Gilde kann mit 6-monatiger Frist zum Jahresende durch schriftliche Mitteilung an die Älterleute gekündigt werden.
Die Mitgliedschaft geht verloren, wenn ein Gildebruder mit seinem Beitrag mindestens 12 Monate im Rückstand ist und diesen trotz Mahnung nicht bezahlt.
Des weiteren geht die Mitgliedschaft verloren, wenn ein Gildebruder mit einer Freiheitsstrafe, mit welcher die Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte verbunden ist, bestraft wird.

Sollte ein Gildebruder sich weigern, die ihm auferlegte Brüche zu zahlen, oder die ihm den Umständen nach sonst auferlegte Genugtuung zu leisten, so kann derselbe nach gefasstem Beschluß der Generalversammlung als Mitglied gestrichen werden.




§ 5

Beitrag

Jedes Mitglied zahlt den von der Generalversammlung beschlossenen Beitrag, zahlbar in zwei gleichen Halbjahresbeträgen, und zwar am 1. April und 1. Oktober jeden Jahres.




§ 6

Verpflichtungen

Jeder Gildebruder muß bei den Verhandlungen und Festlichkeiten der Gilde den Anordnungen und Weisungen der Älterleute unbedingt Folge leisten und bei dem Klopfen mit dem Ältermannstabe sich sofort ruhig verhalten.

Jeder Gildebruder ist zur Annahme des Amtes, wozu er gewählt wird, verpflichtet.
Sollten seine von ihm für die Ablehnung oder vorzeitige Niederlegung eines Amtes vorgebrachten Gründe von der Vorsteherschaft genehmigt werden, so soll er von der Übernahme entbunden sein.







§ 7

Die Vorsteherschaft

Die Vorsteherschaft der Gilde besteht aus:

1. zwei Älterleuten

2. zwei Schaffern

3. einem Sekretär

4. einem Schatzmeister

5. einem Hauptmann

mit der Maßgabe, daß die beiden Älterleute die Gilde nach innen und außen vertreten und Vorstand sind im Sinne des § 26 BGB.

Die Vorsteherschaft trägt einen Zweispitz mit Silber, die Älterleute Achselklappen mit Silbereinfassung und 2 Sternen, die Schaffer und der Sekretär Achselklappen mit Silbereinfassung und einem Stern, während der Hauptmann Epuletten mit Goldeinfassung und 2 Sternen trägt.

Alle Mitglieder der Vorsteherschaft tragen Degen.

Die gesamte Vorsteherschaft wird für 6 Jahre gewählt, mit der Einschränkung, daß der 1. Ältermann sowie der 2. Schaffer und der Hauptmann für die 1. Amtsperiode nur auf 3 Jahre gewählt werden, so daß in der Folgezeit jeweils nur die Hälfte der Vorsteherschaft im Amt bleibt.

Wiederwahl ist statthaft.

Die Älterleute verwalten mit Hilfe des Sekretärs die Ökonomie der Gilde, heben die Einnahmen und führen über deren Verwendung ordnungsmäßig Buch. Sie haben dafür zu sorgen, daß die der Gilde angehörigen Sachen dem Werte entsprechend versichert sind, und daß die Lade, welche im Hause des 1. Ältermannes seinen Platz haben muß und die Protokolle, Rechnungen, Dokumente und Silberzeug enthalten soll, mit größter Sorgfalt aufbewahrt wird mit der Maßgabe, daß diese Sachen auch bei einem sicheren Bankinstitut aufbewahrt werden können.

Die Älterleute laden die Ehrengäste ein und haben den Behörden Mitteilung vom Stattfinden des Vogelschießens zu machen, damit solches ohne Störungen abgehalten werden kann.

Sie haben beim Schießen sowie auch beim Frühstück und Festmahle die Oberaufsicht zu führen und dafür zu sorgen, daß an der Bewirtung nichts auszusetzen ist.

Die beiden Älterleute haben das Ehrenamt, den neuen König und die Königin von deren Hause abzuholen.

Die Schaffer haben den Schützenplatz vorzubereiten und dafür Sorge zu tragen, daß beim Feste alles ordentlich zugeht.
Sie haben das Kranzbinden zu arrangieren und für entsprechende Aufsicht zu sorgen sowie beim Ball und sonstigen Festen als Balldirektoren zu fungieren oder für entsprechende Vertretung durch das Offizierskorps zu sorgen.

Der Sekretär hat in den Versammlungen das Protokoll zu führen und die Ausfertigungen zu besorgen, sowie die Beiträge zu kassieren.

Der Hauptmann stellt beim Aus- und Einmarsch die Gildebrüder nach der Größe auf und sorgt, daß Ordnung gehalten wird. Er bildet den Gewehrzug aus und organisiert den Festzug.

Seine Aufgabe ist  es, mit Hilfe der Schaffer in Abwesenheit der Älterleute die Ehrengäste zum Festmahle zu empfangen.


§ 8

Offizierskorps

Das Offizierskorps besteht aus:

1. einem Schießmeister

2. einem Adjutanten

3. einem Fahnenleutnant

4. einem Fahnenträger

5. zwei Fahnenjunkern

6. zwei bis drei Rottmeistern

7. Chronist

Das Offizierskorps wird ebenfalls auf 6 Jahre gewählt. Die Angehörigen des Offizierskorps tragen Zweispitz mit Gold.
Der Schießmeister, der Adjutant, der Fahnenleutnant, der Fahnenträger sowie die Fahnenjunker Achselklappen mit Goldeinfassung und einem Stern.
Die Rottmeister tragen Achselklappen mit Goldeinfassung ohne Stern.
Der Chronist trägt Achselklappen mit Silbereinfassung und einem Stern.

Alle Offiziere tragen Degen.

Das Offizierskorps hat sich den Anordnungen des Hauptmannes unweigerlich zu fügen. Zu den Sitzungen der Vorsteherschaft können die Angehörigen des Offizierskorps sowie die ehemaligen Majestäten und die Ehrenmitglieder als Beisitzer geladen werden.

§ 9

Generalversammlung

Die Generalversammlung ist mindestens 8 Tage vorher schriftlich unter Angabe der Tagesordnung von den Älterleuten zu berufen oder durch die Zeitungen bekannt zu geben. Sie hat möglichst im April jeden Jahres stattzufinden. Auf von 10 Mitgliedern gestellten Antrag, in welchem die zu verhandelnden Gegenstände angegeben werden müssen, sind die Älterleute verpflichtet, eine außerordentliche Versammlung anzuberaumen.
Das Nichterscheinen eines Mitgliedes wird mit einer Brüche bestraft. Die Höhe wird von der Generalversammlung festgelegt. Nur Krankheit und Ortsabwesenheit und von den Älterleuten anerkannte triftige Gründe können von dieser Zahlung entbinden.
Von jeder Versammlung ist eine Niederschrift anzufertigen, die von dem Sekretär und beiden Älterleuten unterschrieben wird.


§ 10

Reglement

Bei den Generalversammlungen hat der König einen Ehrenplatz am Tische der Vorsteherschaft. Der wortführende Ältermann eröffnet die Generalversammlung vor offener Lade durch Klopfen mit dem Ältermannstab auf den Tisch.
Jeder, der das Wort zu nehmen wünscht, hat solches dem Ältermann anzuzeigen und wird ihm das Wort erteilt, stehend zu sprechen. Niemand darf den Redner durch Zwischenrufe und so weiter stören und wird ein solcher Störenfried, falls er durch den Ältermann ohne Erfolg zur Ruhe ermahnt, mit einer Brüche belegt, evtl. aus der Versammlung ausgewiesen.

Bei allen Zusammenkünften haben überhaupt die Älterleute auf Ordnung und gesittetes Benehmen der Gildebrüder zu halten und es steht ihnen auch bei solchen Gelegenheiten das Recht zu, einen Gildebruder zur Ordnung zu rufen und wenn solches als letztes Mittel zur Aufrechterhaltung der Ordnung den Umständen nach unumgänglich notwendig sein sollte, ihn von der Versammlung zu entfernen.

Nach beendeter Aussprache hat der Ältermann über den betreffenden Gegenstand abstimmen zu lassen und es liegt ihm frei, die Entscheidung durch Handzeichen, durch Aufstehen bzw. Sitzenbleiben oder durch Stimmzettel herbeizuführen.

Verlangen aber drei  Mitglieder Abstimmung durch Stimmzettel, so ist diesem Wunsche zu entsprechen.

Beschlußfähig ist die Generalversammlung:

1. Zur Abänderung der Gesetze bei Anwesenheit der Hälfte aller Gildebrüder mit Ausnahme des § 12

2. für alle anderen Beschlüsse bei Anwesenheit von einem Viertel aller Mitglieder.

Konnte wegen mangelnder Beteiligung der betreffende Gegenstand nicht ordnungsmäßig erledigt werden, so ist in der nächsten Versammlung derselbe Gegenstand auf die Tagesordnung zu setzen, alsdann gelangt derselbe bei Anwesenheit jeder beliebigen Mitgliederzahl zum Beschluß.


§ 11

Auf den Generalversammlungen sind folgende Gegenstände vorzubringen und gelangen mit nachstehender Stimmenzahl zur Erledigung:

1. Die Aufnahme neuer Mitglieder sowie Ausschluß von Mitgliedern und Ernennung von Ehrenmitgliedern mit 2/3 Mehrheit

2. Die Wahl der Vorsteherschaft, zweier Revisoren und des Offizierskorps mit einfacher Mehrheit.

3. Die Abänderung der Gesetze, Zweckänderung und Auflösung mit 2/3 Mehrheit

4. Die Abhaltung des Schützenfestes mit einfacher Mehrheit

5. Die für das Schützenfest erforderlichen Veranstaltungen und Anschaffungen mit einfacher Stimmenmehrheit, bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des leitenden Ältermannes.

Vorstehendes Reglement laut §§ 9 bis 11 gilt auch für außerordentliche Versammlungen.


§ 12

Das Vogelschießen

Ein paar Tage vor dem Fest fährt die Vorsteherschaft und das Offizierskorps zum Grünesholen. Hierzu können verdiente Gildebrüder eingeladen werden.

Am Tage vor dem Fest findet das Girlandenbinden der Schützenschwestern statt, währenddessen der Gewehrzug unter Leitung des Hauptmannes sein Probeexerzieren durchführt.



Sonntagfrüh ist großes Wecken durch den Stadtteil Friedrichsberg, während am Vormittag vor dem Gildeessen sich die Gildebrüder im Gildehaus oder im Gildezelt im schwarzen Anzug mit Zylinderhut, schwarzer Schleife, weißen Handschuhen, Gildeschleife und roter Rose versammeln.

Nachdem der 1. Ältermann vor offener Lade die außerordentliche Versammlung eröffnet hat, werden die Schießnummern gezogen, wonach die Schießliste aufgestellt wird.

Nach der Versammlung begibt er sich mit dem 2. Ältermann auf den Weg zur Abholung des Königs.

Währenddessen empfängt die Vorsteherschaft die Ehrengäste zum Gildeessen.

Hierbei bringt der 1. Ältermann ein Hoch aus auf das Wohl des Vaterlandes, während der 2. Ältermann die Aufgabe hat, ein Hoch auf den Schützenkönig auszubringen. Der Schützenkönig wiederum wird auf die Vorsteherschaft und die Gilde sprechen.

Nach Beendigung des Gildeessens begibt sich seine Majestät nach Hause.
Der Hauptmann läßt die Gilde einschließlich Ehrengäste antreten, und es beginnt der Ummarsch um den Friedrichsberg zur Abholung des Königs, um ihn zurück zu begleiten nach dem Schützenplatz, wo selbst die Gilde gegen 16.00 Uhr eintreffen muß, um mit dem Schießen zu beginnen.

Vor dem Eintreffen der Gilde auf dem Schützenplatz darf unter keinen Umständen geschossen werden.

Nichtmitgliedern ist das Schießen überhaupt nicht gestattet, mit Ausnahme der Ehrengäste bei dem Eintreffen auf dem Platz.

Jedes Mitglied schießt für sich selbst.

Jeder einzeln abgeschossene Teil muß durch den Schützen unter Vorantritt von Trommlern und Pfeifern nach dem Ältermannstisch, an welchem sich ständig ein Mitglied der Vorsteherschaft bzw. des Offizierskorps aufzuhalten hat, gebracht werden. Es ist von dem Schuß und dem Schützen Protokollvermerk zu nehmen.

In den darauffolgenden Festtagen erfolgt neben dem Schießen der Empfang der Gilde durch die Stadt Schleswig sowie den Kreis Schleswig-Flensburg und der Empfang durch die Schwesterngilden.

Sobald am letzten Festtage der Königsschuß gefallen ist, wird der betreffende Schützenbruder von den beiden Schaffern und dem Hauptmann unter Vorantritt von Trommlern und Pfeifern vor den Ältermannstisch im Gildezelt  geführt, wo der Schützenbruder vor offener Lade von dem Ältermann gefragt wird, ob er die Königswürde annimmt. Hierzu ist dem Schützenbruder eine Bedenkzeit von einer halben Stunde zu gewähren. Nach Ablauf wird der Schützenbruder wiederum vorgeführt und tut seine Entscheidung kund, worauf der Ältermann die Zeit der Proklamation sowie den Marschweg bekannt gibt.

Zur Königsproklamation versammeln sich die Schützenschwestern und Schützenbrüder unter dem Kommando des Hauptmannes vor dem Gildezelt, wo die Krönungszeremonie durch den 1. Ältermann stattfindet.

Im Anschluß geleitet die Gilde ihren neuen König zu seiner Residenz.

Am Sonnabend darauf findet der Gildeball statt. Hierzu wird das Königspaar durch die Älterleute in Begleitung ihrer Damen abgeholt. Der Ball beginnt mit dem Königsessen.

Nach Beendigung des Essens erfolgt durch  den 1. Ältermann die Verteilung der Gewinne, dieselben sind:

1. für die Zitrone ein silberner Teelöffel

2. für die rechte Klaue ein silberner Teelöffel

3. für die linke Klaue ein silberner Teelöffel

4. für den linken Flügel ein silberner Esslöffel

5. für den rechten Flügel ein silberner Esslöffel

6. für den Schwanz ein silberner Esslöffel

7. für den Kopf ein silberner Esslöffel

8. für den Rumpf einen Portagelöffel

9. sowie für die Schützen vor und nach dem Königsschuß je ein silberner Teelöffel.

Es bleibt der Versammlung vorbehalten, den Ablauf des Festes sowie die Auswahl der Preise den jeweiligen Gegebenheiten anzupassen.




§ 13

Tod des Schützenkönigs

Für den Fall, daß der Schützenkönig während der 3 Jahre seines Königstums stirbt oder durch besondere Umstände behindert sein sollte, das Fest mitzumachen, tritt der vorherige König an dessen Stelle wieder ein.
Ist aber auch dieser gestorben oder sonst verhindert, so wählt die Gilde einen König aus ihrer Mitte.


§ 14

Rechnungslegung

Die Rechnungslegung muß spätestens 5 Monate nach dem Vogelschießen stattfinden.
Das von den Revisoren geprüfte Ergebnis ist einer von der Vorsteherschaft einzuberufenden außerordentlichen Versammlung offenzulegen.
Das Resultat wird zu Protokoll genommen.



§ 15

Im Falle der Auflösung der Gilde soll die Fahne sowie die Silbersachen nebst den Protokollen den örtlichen Museen vermacht werden. Ein evtl. Barguthaben soll dem Friedrichsberger Kindergarten zugute kommen.
Liquidatoren sind die beiden Älterleute.




§ 16

Satzungsannahme

Vorstehende Satzung, welche in der heutigen Generalversammlung angenommen wurde, tritt sofort in Kraft.



Vor Gottorp, den 26. März 2001




 
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